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HFA-Projekt

HFA-Projekt: Suche nach möglichen Alternativen für Kreosot zur Imprägnierung von Bahnschwellen aus Holz

Die Holzforschung Austria (HFA) betreut das Forschungsprojekt „Bahnschwelle 2020“. Ziel ist es, Alternativen für das derzeit wegen der guten Langzeiterfahrungen noch unverzichtbare Schutzmittel Kreosot (Steinkohlenteeröl) zur Imprägnierung von Bahnschwellen aus Holz zu finden.

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Einsatzgebiete der Holzschwelle heute

Aus Berichten von A. Terouin (Genf) aus dem Jahre 1960 geht hervor, dass im Jahre 1958 von rd. 681 Millionen Schwellen in den Gleisen der europäischen Bahnen (ohne UdSSR) etwa 85% d.h. 585 Millionen Holzschwellen waren.

Holzschwellen werden nach wie vor weltweit im Gleisbau eingesetzt und finden heute bei Europäischen und Außereuropäischen Staatsbahnen, bei Industrie- und Hafenbahnen, Privat- und Nebenbahnen, im Nahverkehr (S- und U-Bahnen), Berg- und Schmalspur- sowie Touristikbahnen als Gleis-, Weichen-, Tunnel- und Brückenschwellen Verwendung.

Der Anteil Holzschwellen ist neben Betonschwellen, Stahlschwellen und anderen Trägerelementen in den europäischen und außereuropäischen Ländern allerdings unterschiedlich.

Ohne Bedenken und ohne Nachteile kann die Holzschwelle aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften in Bezug auf Erschütterung, Schall- und Lärmbelästigung bei einer Streckengeschwindigkeit <160 km/h auch bei den Staatsbahnen und im Fernverkehr eingesetzt werden.

Holzschwellen sind aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften für den Einsatz im Industrie- Hafen- und Rangierbereich ganz besonders prädestiniert. Sie lassen sich für evtl. spezielle Anforderungen leicht bearbeiten, hobeln und für individuelle Spurweiten einfach Bohren und sofern erforderlich auch fräsen.

Im Rangierbereich kommt es häufiger zu Entgleisungen bei denen die Holzschwelle durch ihre Elastizität weniger bruchempfindlich und sehr robust ist und i. P. ohne Bruch nur leicht beschädigt wird. Sollte es in vereinzelten Fällen zu einem Totalschaden kommen, ist eine einfache und leichte Einzelauswechslung möglich.

Für den Einsatz von Holzschwellen bei Privat- und Nebenbahnen bedarf es i. P. keinerlei Diskussionen. Sie sind wesentlich leichter zu handhaben und zu verlegen als Betonschwellen.

Bedingt durch enge Kurven und Radien bei den Bergbahnen hat die Holzschwelle dort ihre ganz besonderen Vorteile. Leichtes Handling, weniger Platz- und Schotterbedarf, individuelle Spurweiten und Neigungen.

Für den U-Bahnbereich lassen sich Holzschwellen infolge ihres geringen Gewichts gut transportieren, in die Schächte bzw. Tunnel einbringen und mit und ohne maschinelle Vorrichtungen leicht verlegen. Aufgrund ihrer Eigenschaften ermöglichen sie ein ruhiges, Erschütterung armes und schalldämmendes Befahren der Gleise.

Zudem kann davon ausgegangen werden, dass der abgegebene Schall vom menschlichen Ohr als angenehmer und weniger störend empfunden wird.

Holzschwellen besitzen insbesondere auf isolierten Schienenstrecken wegen ihres großen Leitwiderstandes gegen elektrische Ströme große Vorteile, ohne dass kostspielige und zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.

Alle für den U-Bahnbereich guten Eigenschaften der Holzschwelle treffen auch für den Tunnelbereich zu.

Im Brückenbereich können trotz heute möglicher umweltverträglicher Imprägnierarten gut abgetrocknete Eichen-Brückenschwellen auch ohne Imprägnierung eingesetzt werden. Sie sind für Überhöhungen leicht keilförmig zu schneiden und für diverse Trägerelemente gut auszufräsen und bearbeitbar.

Weichenschwellen aus Holz sind nach wie vor ohne günstige und wirtschaftliche Konkurrenz. Leichtes Handling und Verlegung vor Ort sind durch ihr wesentlich geringeres Gewicht gegenüber Weichenschwellen aus Beton von großem Vorteil.

Für komplizierte Weichenkonstruktionen sind die erforderlichen Schwellenlängen individuell für alle Arten von Befestigungselementen einfach zu bohren und sofern gewünscht auf dem gesamten Oberlager zu hobeln.