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HFA-Projekt

HFA-Projekt: Suche nach möglichen Alternativen für Kreosot zur Imprägnierung von Bahnschwellen aus Holz

Die Holzforschung Austria (HFA) betreut das Forschungsprojekt „Bahnschwelle 2020“. Ziel ist es, Alternativen für das derzeit wegen der guten Langzeiterfahrungen noch unverzichtbare Schutzmittel Kreosot (Steinkohlenteeröl) zur Imprägnierung von Bahnschwellen aus Holz zu finden.

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Ökologische Vorteile der Holzschwelle

Weltweit ist Holz der wichtigste und am häufigsten genutzte nachwachsende Rohstoff.

Die in Europa für die Herstellung der Holzschwellen verwendeten Hölzer stammen komplett aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – was häufig zusätzlich mit einer FSC- oder PEFC-Zertifizierung dokumentiert wird.

In den Umweltkategorien fossiler Primärenergiebedarf und Treibhauspotenzial ihren Nichtholz-Konkurrenzprodukten hat Holz gegenüber anderen Werkstoffen zahlreiche ökologische Vorteile aufzuweisen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass während der biologischen Produktion des Holzes, also dem Wachstum des Baumes, regenerative Primärenergie im Holz und in den später daraus gefertigten Produkten gespeichert wird, bis sie schließlich am Lebensende des Produktes energetisch verwertet werden kann. Ebenso werden während des Baumwachstums große Mengen an Kohlenstoff bzw. Kohlendioxid im Holz gespeichert und bleiben dort über die gesamte Produktnutzungsdauer hinweg gebunden. Erst an deren Lebensende werden sie wieder freigesetzt.

Eine Ökobilanzstudie (Ökologische Bilanzierung von Eisenbahnschwellen - Vergleich von Schwellen aus Buchenholz, Eichenholz, Beton und Stahl) der EMPA aus dem Jahre 2009 führt in diesem Zusammenhang u.a. folgendes aus:

Bei Berücksichtigung der thermischen Nutzung schneiden die Holzschwellen im Vergleich zu Schwellen aus anderen Materialien in allen Wirkungskategorien mit Ausnahme der Wirkungskategorie Überdüngung am besten ab. Bei einigen Wirkungskategorien sind die vermiedenen Emissionen aus der Substitutionswirkung – dem Ersatz fossiler Energieträger – durch die energetische Verwertung der Holzschwellen größer als die direkten Emissionen aus deren Lebenszyklus, insbesondere beim Klimawandel (falls in einer WKK verwertet), z.T. aber auch beim abiotischen Ressourcenverbrauch, dem stratosphärischen Ozonabbau oder dem Photosmog.

Die Studie stellt weiter fest, dass sich die Ökoprofile der Buchen- und Eichenschwelle kaum voneinander unterscheiden.

Die Umstellung auf Imprägnieröl Typ C gemäß EN 13991 und die Einbringung nach Deutscher Norm DIN 68811:2007-01 hat dazu geführt, dass die Verwendung von Imprägnieröl im Vergleich zu früheren Studien nunmehr eine untergeordnete Rolle für das Ökoprofil der Holzschwellen spielt.

Die heute aufgrund der Altholzverordnung übliche energetische Verwertung der Schwellen erweist sich als essentiell für ein vorteilhaftes Ökoprofil der Holzschwellen.

Holzschwellen speichern über ihre Einsatzdauer in etwa gleichviel CO2 als Kohlenstoff, wie Treibhausgase aus fossilen Quellen über ihren Lebensweg inkl. Gleisbau, -wartung und Unterhalt freigesetzt werden. In jeder Holzschwelle sind rund 132 kg CO2 gespeichert. Hochgerechnet auf das gesamte deutsche Schienennetz sind dies 3.78 Mio. t CO2, die heute in Holzschwellen gespeichert sind.

Bei konsequenter thermischer Nutzung von Altschwellen – vorzugsweise in Wärme-Kraft-Kopplungen – wird durch die Substitution fossiler Energieträger etwa gleichviel CO2 vermieden, wie über den Lebenszyklus der Holzschwellen inkl. Gleisbau und –unterhalt emittiert wird. So sind Holzschwellen bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht nur hinsichtlich ihres biogenen Kohlendioxids CO2-neutral, sondern auch hin¬sichtlich des CO2 aus fossilen Quellen „erste Wahl“.

Der Einsatz von Holzschwellen ist somit auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz!