Ökologische Vorteile der Holzschwelle

Weltweit ist Holz der wichtigste und am häufigsten genutzte nachwachsende Rohstoff.
Die in Europa für die Herstellung der Holzschwellen verwendeten Hölzer stammen komplett aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – was häufig zusätzlich mit einer FSC- oder PEFC-Zertifizierung dokumentiert wird.

In den Umweltkategorien fossiler Primärenergiebedarf und Treibhauspotenzial ihren Nichtholz-Konkurrenzprodukten hat Holz gegenüber anderen Werkstoffen zahlreiche ökologische Vorteile aufzuweisen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass während der biologischen Produktion des Holzes, also dem Wachstum des Baumes, regenerative Primärenergie im Holz und in den später daraus gefertigten Produkten gespeichert wird, bis sie schließlich am Lebensende des Produktes energetisch verwertet werden kann. Ebenso werden während des Baumwachstums große Mengen an Kohlenstoff bzw. Kohlendioxid im Holz gespeichert und bleiben dort über die gesamte Produktnutzungsdauer hinweg gebunden. Erst an deren Lebensende werden sie wieder freigesetzt.

Die aktuelle Ökobilanzstudie (Ökologische Bilanzierung von Eisenbahnschwellen) aus dem Jahre 2021 zeigt, dass sich das Ökoprofil der Holzschwellen im Vergleich zu einer früheren Studie aus dem Jahre 2009 deutlich verbessert hat. Dies ist der zwischenzeitlich erfolgten Umstellung auf Imprägnieröl Typ C gemäß EN 13991 bzw. der Verwendung neuer, alternativer Holzschutzmittel in Verbindung mit der Einbringung nach Deutscher Norm DIN 68811:2007-01 geschuldet. Dadurch spielt das Schutzmittel insgesamt nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Bilanzierung.

Die Studie stellt weiter fest, dass sich die Ökoprofile der Buchen- und Eichenschwelle kaum voneinander unterscheiden.

Die heute aufgrund der Altholzverordnung übliche energetische Verwertung der Schwellen erweist sich als essentiell für ein vorteilhaftes Ökoprofil der Holzschwellen: Letztere schneiden bei Berücksichtigung der thermischen Nutzung im Vergleich zu Schwellen aus anderen Materialien in allen Wirkungskategorien mit Ausnahme der Wirkungskategorie Überdüngung am besten ab.

Bei einigen Wirkungskategorien sind die vermiedenen Emissionen aus der Substitutionswirkung – dem Ersatz fossiler Energieträger – durch die energetische Verwertung der Holzschwellen größer als die direkten Emissionen aus deren Lebenszyklus, insbesondere beim Klimawandel (falls in einer WKK verwertet), z.T. aber auch beim abiotischen Ressourcenverbrauch, dem stratosphärischen Ozonabbau oder dem Photosmog.

Holzschwellen speichern über ihre Einsatzdauer in etwa gleich viel CO2 als Kohlenstoff, wie Treibhausgase aus fossilen Quellen über ihren Lebensweg inkl. Gleisbau, -wartung und Unterhalt freigesetzt werden. In jeder Holzgleisschwelle (Buche und Eiche) à 0,108 cbm sind rund 126 kg CO2 gespeichert. Hochgerechnet auf das gesamte mit Holzschwellen bestückte DB- Schienennetz (11,1 Millionen Stück) sind dies fast 1,4 Mio. t CO2, die heute in Holzschwellen gespeichert sind (siehe auch SGH-Positionspapier „Die Holzschwelle als CO2-Speicher und ihr Beitrag zum Klimaschutz“ im Downloadbereich der SGH-Homepage!). Nach aktueller Einschätzung der Branche beträgt die in Holzgleisschwellen gespeicherte CO2-Menge europaweit in etwa 25,0 Mio. Tonnen.

Bei konsequenter thermischer Nutzung von Altschwellen – vorzugsweise in Wärme-Kraft-Kopplungen – wird durch die Substitution fossiler Energieträger etwa gleich viel CO2 vermieden, wie über den Lebenszyklus der Holzschwellen inkl. Gleisbau und –unterhalt emittiert wird. So sind Holzschwellen bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht nur hinsichtlich ihres biogenen Kohlendioxids CO2-neutral, sondern auch hinsichtlich des CO2 aus fossilen Quellen „erste Wahl“.

Der Einsatz von Holzschwellen ist somit auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz!

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